Der Schatten
Ich bewegte mich wie Rauch durch die Menge reicher Collegekids. Von Kopf bis Fuß war ich in schwarzes Leder gehüllt und ich trug einen maßgeschneiderten Mantel mit silbernen Knöpfen, der um meine Knöchel aufflatterte.
Anders als die teuren venezianischen Masken, die diese Trust-Fund-Babys trugen, war meine Maske ein Wendigo-Schädel, der die obere Hälfte meines Gesichts bedeckte, aus poliertem Onyx geschnitzt, mit kurzen, sich kräuselnden Geweihspitzen.
Niemand kannte mich hier. Niemand wagte ein Wort zu sagen. Aber genau das war der Punkt.
Ich war nicht zum Feiern hier.
Ich war hier, um sie zu beobachten.
Ava tanzte mitten im riesigen Ballsaal mit ihren Freundinnen. Sie war eine Göttin in einem roten Seidenkleid, das von ihren Schultern rutschte und jede Rundung ihrer Hüften umschloss. Die obere Hälfte ihres Gesichts war von einer schwarzen, pelzigen Kaninchenmaske verdeckt und das war eine Kombination, die Männer im selben Atemzug von Unschuld und Dreck träumen ließ.
Ihr mitternachtsschwarzes Haar war oben auf dem Kopf aufgesteckt und einzelne Strähnen strichen über ihre Schlüsselbeine. Sie hob die Hände über den Kopf, das Champagnerglas in ihren feinen Fingern, während sie die Hüften zur Musik wiegte.
Umwerfend.
Sie wusste es noch nicht, aber sie gehörte mir.
Jeder Herzschlag, jeder Atemzug, den sie tat … war mein.
Der hallende Ballsaal roch nach verschwitzten Körpern und nach dem Wachs der tausenden Stumpenkerzen, die aus ihren Kandelabern tropften, und nach dichten Bündeln schwarzer Baccara-Rosen.
Ein Streichquartett spielte orchestrale Versionen der neuesten Clubhits, aber die Musik drang kaum zu mir durch. Sie kam nicht gegen das Donnern meines Pulses an.
Anscheinend waren die Eltern des Darkmoor-College-Absolventen verreist, der diese Party schmiss. Oder es war ihnen einfach egal, dass ihre Villa in Ballsbridge am Rand von Dublin in eine gotische Hölle der Ausschweifung für Hunderte privilegierter Rich Kids verwandelt worden war.
Ich gehörte nicht hierher, unter diese jungen Leute in maßgeschneiderten Anzügen and metallischen Masken.
Aber heute Nacht erlaubte ich mir diesen einen Genuss.
Ava lachte über irgendetwas, das ihre Freundin Liath sagte, und sie legte dabei den Kopf in den Nacken und entblößte ihren Hals, bevor eine kichernde Liath von einem Jungen mit Gelfrisur in einer glitzernden Halbmaske seine Hand deutlich zu weit um ihre Taille legte.
Mein Blick wurde schmal und er konzentrierte sich auf einen Mann mit dunkler Maske auf der anderen Seite des Raumes, dessen Blick Liath folgte.
Ich runzelte die Stirn und ich konnte die dunkle Energie des anderen Jäger im Raum spüren. Ich schätzte seine Größe ab und bemerkte dabei die Leicht ergrauten Schläfen, was ihn als einen älteren Mann kennzeichnete.
ER gehörte ganz bestimmt nicht hierher.
Doch in einem Wirbel von tanzenden Farben war er aus meinem Blickfeld verschwunden. Aus meinem Blickfeld und aus meiner Erinnerung.
Ava zog ihre andere beste Freundin, Lisa, von der Tanzfläche, fächelte sich Luft zu, während sie neben einer Säule stehenblieben. Ihr geleertes Champagnerglas war inzwischen verschwunden.
Ich glitt im Schatten der Wand hinter ihr entlang und kam den beiden gerade nah genug, um sie zu hören, als sie sich zu der Rothaarigen hinüberbeugte und halb gegen den Lärm rief: „Weißt du … es könnte heiß sein, hier jemanden zu ficken und die Maske auf zu lassen.“
Lisa quietschte, ihre Stimme hoch und neckend. „Ooo, du kleine Schlampe. Würdest du das wirklich tun?“
„Das würde ich. Vielleicht“, antwortete Ava mit tiefer Stimme. „Stell dir vor … ich müsste nicht mal ihren Namen kennen.“
Ihre Augen tasteten die Tanzfläche ab, als suchte sie nach jemandem, der ihrer wert war.
Eifersucht fuhr mir wie ein Messer zwischen die Rippen und der Stich war scharf und unwillkommen. Als ob irgendwer hier, irgendeiner dieser glatten Jungs mit Whiskeyfahne und weichen Händen, ihrer jemals würdig sein könnte.
Ehe ich wusste, was ich tat, schlüpfte ich um die Säule herum und trat direkt hinter sie. Ich war ihr näher als seit Monaten … zumindest, solange sie wach war.
Ihr Duft traf mich zuerst, Jasmin, Schweiß und Hitze, und mein Blick verengte sich auf ihren schlanken Nacken, auf ihre nackten Schultern, die sie nur für mich entblößt hatte.
Ich wollte meinen Mund in ihre Haut graben und sie einatmen.
Nur ein einziger Geschmack. Ein Biss.
Ich beugte mich vor, um sie einzuatmen, die Wärme ihrer Haut in mich zu trinken, so nah, dass mein Ausatmen die Locken am Ansatz ihres Nackens kräuselte.
Sie drehte sich, als hätte sie etwas gespürt.
Mit einer geschmeidigen Bewegung wich ich hinter die Säule und war weg.
Das war knapp. Verdammte Scheiße, viel zu knapp. Ich musste Abstand halten. Das war leichter gesagt als getan.
Ich folgte Ava, als sie einen Korridor entlangging, in einen ruhigeren Trakt. Vielleicht zu den Toiletten. Vielleicht, um zu entkommen.
Sie verschwand aus dem Blick, und ich hetzte um die Ecke.
Und prallte beinahe mit ihr zusammen.
Sie wartete, die Arme verschränkt, das Kinn gehoben, ihre Augen starr durch die pelzige Halbmaske.
Mein kluges Mädchen. Sie hatte eine Falle gestellt und mich verfickt noch mal erwischt.
Ich hatte sie jahrelang beobachtet, war ihr gefolgt, ohne dass sie es wusste.
Aber in letzter Zeit war ich leichtsinnig geworden, und der Flamme zu nahe gekommen.
Ich hatte begonnen, mehr von ihr zu wollen und mir den Genuss zu erlauben ihr immer näher zu kommen. Nur noch ein gestohlener Blick, nur noch ein Beinahezusammentreffen. Ich war wie ein Süchtiger, der sich einredet, noch ein Schuss werde ihn nicht ruinieren.
Und jetzt würde ich dafür bezahlen.
„Folgst du mir?“, sagte sie, spielerisch und in einem furchtlosen Tonfall.
Als hätte sie keine Ahnung, wer ich war. Als wüsste sie nicht, wie gefährlich ich war.
Ich sagte nichts und ich gab nichts preis. Schalt mich nur selbst dafür, so ein verdammter Trottel zu sein.
Sie trat vor, überbrückte den letzten Zentimeter zwischen uns und die Seide ihres Kleides strich über die Vorderseite meines Mantels. Dann legte sich ihr Jasminduft wie eine Schlinge um meinen Hals.
Ihre Nähe machte mich fast verfickt wahnsinnig und meine Finger zuckten, während ich mich davon abhielt, sie zu packen.
Diese Fantasie, die sie vorhin geflüstert hatte, von anonymem Sex mit Maske, pochte mir wie ein Herzschlag durch den Körper.
Ich wollte ihr diese Fantasie erfüllen. Sie dazu bringen, es zu bereuen, so etwas jemals laut fantasiert zu haben.
Aber ich konnte nicht. Ich durfte sie nicht berühren.
„Renn“, hauchte ich. „Bevor ich etwas tue, das ich bereuen werde.“
Dummes Mädchen, sie rannte nicht. Sie beugte sich vor. „Und wenn du mich erwischst …?“
Ihre neckische Herausforderung durchbohrte mich. Sie war Feuer, und ich brannte längst.
Ich hatte mir geschworen, Abstand zu halten, sie zu schützen … selbst vor mir selbst.
Aber ich brach.
Nur eine Berührung.
Meine Finger strichen über die Seite ihres Halses, über diesen feinen Pulspunkt.
Ihr Atem stockte.
Fuck, meiner auch.
„Wenn ich dich erwische“, sagte ich mit tiefer, rauer Stimme, „dann ruiniere ich dich, kleines Kaninchen, Leib und Seele, und du wirst mir für jeden blauen Fleck danken, den ich hinterlasse.“
Sie schauderte und ein köstliches Rot überzog ihr Dekolleté.
Sie beugte sich vor, ihre Lippen nur einen Hauch von meinen entfernt. „Dann ruiniere mich.“
Ich hielt inne und der Atem blieb mir in der Kehle stecken, denn wir waren direkt am Abgrund von etwas Unumkehrbarem. Davor, das eine Versprechen zu brechen, das ich mir geschworen hatte, es nie zu brechen. Davor, alles zu zerstören.
Noch eine Sekunde, noch ein Zentimeter, und es gäbe kein Zurück mehr.
Schritte und lallendes Gelächter im Flur zerstörten den Moment und retteten mich vor mir selbst.
Sie wandte sich der Störung zu.
Und ich glitt zurück in die Schatten, wohin ich gehörte.
Diesmal blieb ich außer Sicht, während ich beobachtete, wie sie mich wie ein Wolf in Seide durch die Flure jagte. Mit jeder Drehung ihres Kopfes, wenn sie die Schatten absuchte, zog sich etwas in mir zusammen.
Ich wollte ihr durch die dunklen Flure nachsetzen und das Monster in mir übernehmen lassen, das so urtümlich und wild war. Sie zu Boden drücken, ihr das Kleid herunterreißen und sie mit meinem Mund verwüsten, ihre Finger an meinem Geweih, um meinen Kopf tiefer zwischen ihre Schenkel zu ziehen.
Über sie kriechen und sie festhalten, meine Hand an ihrer Kehle, während ich sie mit meinem Schwanz beanspruchte, während ich sie ruinierte, immer und immer wieder, bis sie ihren eigenen Namen vergaß.
Aber ich hatte ein Gelübde abgelegt.
Zuschauen. Nicht anfassen.
Ein betrunkener Junge taumelte in ihren Weg, seine Zorro-Maske verrutscht, sein Lachen lallend und wacklig. Er schwankte auf sie zu und murmelte irgendwas.
Ich spannte mich an.
Sie versuchte, an ihm vorbeizugehen, aber er drückte sie gegen die Wand, seine Hände griffen an ihre Brüste … und tiefer.
Mein Blick verschwamm, mein Puls dröhnte in meinen Ohren. Ich sah rot. Reine, blendende Wut, heiß genug, um die dünnen Fäden meiner Beherrschung zu veröden.
Bevor ich ihm mit bloßen Händen die Kehle aufreißen konnte, stieß sie ihn hart weg.
Er taumelte zurück und lachte wie ein Blödmann, während er nach Wodka und Größenwahn stank.
Sie schrie nicht. Sie weinte nicht. Mit hoch erhobenen Kinn eilte sie in den großen Saal zurück, und ignorierte die widerlichen Beleidigungen, die er ihr hinterherrief, als wären sie nichts.
Wahrscheinlich waren sie auch einfach nichts. Ich hatte gesehen, wie Männer Frauen generell ansahen, als hätten sie Anspruch auf ein Stück von ihr, ein Grabschen, einen Geschmack, egal wie unerwünscht.
Wie oft haben Frauen Hände abgeschüttelt, die nicht hingehörten, Sprüche, nach denen niemand gefragt hat, Blicke, die wie Parasiten über ihrer Haut krochen?
Mir wurde schlecht davon.
Gegen all diese Männer konnte ich nichts ausrichten. Aber gegen ihn konnte ich etwas tun.
Ich hatte ihn bereits bis zur Vergeltung markiert und ich hatte sein Schicksal in dem Moment besiegelt, als seine dreckigen Hände das berührten, was mir gehörte.
Das Monster in mir verlangte, ihm sofort nachzusetzen und ihn bluten zu lassen.
Es würde keine Gnade geben. Nur Schmerz. Nur Gerechtigkeit.
Aber noch nicht.
Ich sorgte dafür, dass Ava sicher in ein Taxi nach Hause stieg, bevor ich meine Jagd auf den respektlosen Zorro begann.
Ich fand ihn auf dem dunklen Gelände der Villa, als er gerade an einen Busch pinkelte und derart schwankte, dass sein Strahl über die Spitzen seiner glänzenden Valentino-Schuhe tröpfelte.
Als er den Reißverschluss wieder hochgezogen hatte, kam ich von hinten, trat ihm die Knie weg, brachte ihn mühelos zu Boden und hielt ihn mit meinem Gewicht fest.
Er hatte kaum Zeit zu schreien, bevor ich ihm die Maske vom Gesicht riss und ihm den schwarzen Stoff in den Mund stopfte, sodass er effektiv geknebelt war. Dann riss ich sein Hemd auf, schwarze, glänzende Knöpfe flogen in die Büsche.
Ich zog ein kleines Jagdmesser, das ich Geralt genannt hatte und die Rasierklinge blitzte im Mondlicht, als ich mit seiner Lektion begann.
„Zeig ihr noch einmal so wenig Respekt“, knurrte ich, während ich ihn zu schneiden begann, „und ich mache dir aus deinem Brustkorb einen Grabstein, bevor ich dich darunter vergrabe.“
Er wand sich unter mir. Sein Körper zuckte panisch und seine Schreie wurden vom Knebel gedämpft. Blut verschmierte seine Brust, während ich die Klinge langsam, bedächtig führte und jeder Schnitt war tief genug, um eine Narbe zu hinterlassen.
Seine Augen rollten nach hinten und sein Atem stolperte, bis sein Körper schließlich unter meinem Gewicht schlaff und reglos wurde, als er ohnmächtig wurde.
Ich lehnte mich zurück, wischte Geralt an seinem Hosenbein ab, um sein Blut zu entfernen, während ich das einzelne Wort bewunderte, das ich ihm über die Brust geritzt hatte.
Ich hatte ihn gebrandmarkt, damit er niemals vergaß, wie man eine Frau zu behandeln hat.
Respekt.
* * *
Als ich später das Blut von meinen Händen gewaschen und in frische schwarze Klamotten gewechselt hatte, glitt ich auf Avas efeubewachsenen Balkon und brach dann in ihr Schlafzimmer ein, meine Finger arbeiteten die Dietriche in ihrem Schloss, wie ich es schon hundertmal getan hatte.
Ich schlüpfte in ihr Zimmer und ließ die Tür einen Spalt offen.
Ihr Zimmer roch, wie immer, nach einem zarten Rosenraumduft, gemischt mit dem weiblichen Duft von ihr.
Sie lag schlafend auf ihrem Bett und sie war barfuß, während das Make-up verschmiert war. Sie trug nur ein Nachthemd und Slip. Ihr Kleid das sie vorhin getragen hatte, lag zusammengeknüllt in einer Ecke, wo sie auch die Schuhe mit den hohen Absätzen hingeworfen hatte.
Ich ließ die restliche Anspannung in einem langen Atemzug los.
Sie war in Sicherheit.
Ich wagte, näher an sie heranzutreten und stand nun an ihrem Bett. Meine Brust war eng von dem Echo dessen, was ich getan hatte. Es war eine verdrehte Zufriedenheit, die sich zwischen meinen Rippen niederließ und das Gewicht der Macht noch warm in meiner Haut.
Ich hatte ihn für sie bluten lassen. Ihn gezeichnet. Dafür gesorgt, dass die Welt sich erinnert, dass manche Frauen keine Beute sind. Sie sind beschützt.
„Du wirst niemals wissen, was ich für dich tue“, flüsterte ich, während ich ihr eine Strähne aus dem Gesicht strich.
Wie immer regte sie sich nicht.
Sie würde es nie erfahren. Noch nicht. Aber eines Tages … würde sie es verstehen.
Ich war nicht ihr Schurke.
Ich war ihr Schatten.
Mein Blick glitt an der Länge ihrer nackten Schenkel hoch zu der sanften Kurve ihrer Hüften im Mondlicht, dann höher zum Heben und Senken ihrer weichen Brüste mit jedem langsamen Atemzug.
Jeder Zentimeter von ihr war leibhaftige Versuchung, die Art Schönheit, die einen Mann ohne Mühe entkernen konnte.
Ich hatte Schmerzen, nur weil ich sie ansah und mein Schwanz schwoll an und drückte schmerzhaft gegen die Vorderseite meiner Hose.
Es kostete mich alles, nicht in dieses Bett zu steigen und sie mit meinem Mund, meinen Händen, meinem Schwanz aufzureißen.
Sie hatte vorhin ihre Fantasien geflüstert, die von Fremden mit Masken und davon, genommen zu werden ohne Namen. Aber es ging ihr nicht nur um die Fantasie. Es ging um mich.
Sie wusste es noch nicht, jedenfalls nicht bewusst, aber irgendwo tief in ihr hatte sie sich längst für mich entschieden. Und fuck, so wie sie im Schlaf aussah, weich und verletzlich und mein, quälte mich das Verlangen, ihr das zu beweisen.
Scheiß drauf.
Was schadete es, mir etwas Befriedigung zu gönnen? Ich zog den Reißverschluss herunter und befreite meinen schmerzenden Schwanz.
Der Puls in meiner Kehle beschleunigte sich, als ich etwas von ihrer Feuchtigkeitscreme in meine Hand pumpte, die Finger um meine Länge schloss und mit langsamen, bedächtigen Bewegungen anfing. Der süße Duft von Jasmin sandte einen weiteren Impuls, der mir bis ins Mark drang.
Mein Blick blieb an ihrer schlafenden Gestalt hängen, während ich mir vorstellte, wie ich meine Hand um ihr langes Haar schließe und meinen Schwanz zwischen ihre leicht geöffneten Lippen schiebe, ihr Würgen höre, wenn ich ihren Rachen erreiche, die enge, nasse Hitze von ihr spüre und wenn ich sehe, wie hübsch sie aussähe, wenn sie sich für mich die Knie blau schlägt und die Tränen über ihre hohlen Wangen laufen, während ich mir ihren Mund nehme.
Ich biss mir hart auf die Unterlippe, um das Stöhnen zu unterdrücken, schmeckte Blut, während ich meine Hand schneller arbeiten ließ und mich am Nachttisch festhielt, damit mir nicht die Knie wegsackten.
Als ich die Kontrolle verlor, wurden die nassen, rhythmischen Geräusche meiner Faust um meinen Schwanz lauter und es war riskant, denn sie könnte davon aufwachen. Jeder Atemzug wurde mir rau und abgehackt aus der Lunge gerissen, mein Brustkorb hob und senkte sich, als wäre ich Meilen durch die Hölle gerannt.
Es war verboten war, dass ich sie in meinen Gedanken für mich beanspruchte, während sie unschuldig und ahnungslos dalag, und das drehte mir den Magen vor Scham um, selbst während es einen dunkleren Kick durch jede Nervenbahn jagte, jede Atmung, jeden Stoß verschärfte.
Aber war nicht ohnehin schon klar, dass alles mit ihr von Anfang an mit Schuld getränkt war?
Eine Schweißperle rollte mir die Schläfe hinab, während ich ein Stöhnen unterdrückte und versuchte, die Atemzüge flach und leise zu halten, als der Druck wuchs.
Ich kam mit einem erstickten Keuchen, heiße Stöße benetzten meine Finger, sammelten sich in meiner Handfläche. Die Wellen des gestohlenen Vergnügens, die durch meinen Körper rollten, reichten aus, um jeden edlen Gedanken, jeden Hauch von Moral zu ertränken.
Für einen Moment stellte ich mir vor, ihren Slip zur Seite zu schieben und ihre Pussy mit meinem Sperma zu füttern.
Es wäre nur passend. Mein Sperma war ihrs. Nur ihres.
Schon der Gedanke, ihre Muschi zu sehen, wie sie von mir trieft, machte mich fast wahnsinnig genug, es zu tun.
Zum Glück siegte der Verstand. Irgendwie.
Ich kippte mein Sperma in ihre teure Feuchtigkeitscreme und grinste bei der Vorstellung, wie sie mich über ihren Körper streicht und mein gestohlenes Vergnügen auf ihrer Haut trägt.
Dann wischte ich meine Hand an einem Taschentuch von ihrem Nachttisch ab.
Mein Herz hämmerte noch immer in meiner Brust und zwar zur Hälfte von der Wildheit der Erlösung, zur Hälfte aus Angst, entdeckt zu werden, während ich ihr Profil betrachtete, um festzustellen, ob sie irgendwelche Anzeichen zeigte, wach zu werden.
Aber ihre Atemzüge waren ruhig und ihre langen Wimpern ruhten auf den hohen Wangenknochen.
Ich war damit durchgekommen … schon wieder.
Während die Erleichterung mich durchströmte, setzte sich eine tiefere Wahrheit in meinen Knochen fest. Das hier war Wahnsinn. Obsession. Ich spielte mit dem Feuer, aber ich wusste, ich würde nicht vom Flammenrand zurücktreten. Ich konnte nicht.
Sie war jetzt in mir, in mein Mark geschnitzt, in meine Seele geätzt, so tief vergraben, dass ich sie nie wieder herauskratzen könnte. Sie war mehr als eine Fixierung.
Sie war eine Krankheit, die ich nicht geheilt haben wollte.
Obwohl ich mich gerade erlöst hatte, ließ das Ziehen nicht nach. Meine Muskeln zuckten noch im Nachbeben und mein Schwanz regte sich schon wieder, denn er war ausgehungert. Ihre Nähe, der Duft ihrer Haut in der Luft, war eine offene Wunde, auf die zu drücken ich nicht aufhören konnte.
Ich hatte sie nicht berührt. Nicht wirklich. Und bis ich es tat, würde nichts den Hunger stillen, der mir von innen heraus die Eingeweide zerkratzte.
Aber selbst dann, selbst wenn ich sie berührte, sie nahm, sie beanspruchte – würde es jemals genug sein? Oder würde sie sich wie eine parasitäre Blüte in mir verwurzeln, tiefer wachsen und sich um jede Ader schlingen, bis ich nichts als ein Gerüst war, ein Käfig aus Fleisch, der nur gebaut war, um sie zu verehren?
Es wäre ein würdiges Leben, nur für sie zu leben.
Auf gewisse Weise tat ich es schon.
Aber ich durfte sie nicht berühren. Das wäre der ultimative Verrat.
Ich steckte meinen Schwanz wieder in die Hose und zog den Reißverschluss hoch, aber ich war zu trunken vom Nachglühen, zu nachlässig vor Befriedigung. Zu laut.
Ihr Atem veränderte sich.
Ich hatte gerade genug Zeit, wieder in die Schatten zu gleiten, bevor ihre Augen mit einem leisen Keuchen aufsprangen.
Scheiße. Keine Chance, dass ich jetzt noch hinaus schleiche.
Ich bin erwischt …
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